Website selbst prüfen: eine Checkliste für 30 Minuten

So prüfen Sie Ihre Website ohne Fachwissen: Google-Eintrag, Handy, Ladezeit, Google-Profil, Pflichtseiten und Barrieren. Mit kostenlosen Werkzeugen.

Ob Ihre Website ihre Arbeit macht, können Sie in etwa 30 Minuten selbst prüfen. Sie brauchen dafür Ihr Handy, einen Laptop und kostenlose Werkzeuge von Google. Sieben Fragen genügen: Kennt Google Ihre Seiten? Wie sieht Ihr Eintrag in der Suche aus? Funktioniert die Seite auf dem Handy? Wie schnell lädt sie? Passt Ihr Google-Profil? Sind die Pflichtseiten da? Und können alle Besucher die Seite bedienen?

Diese Checkliste zeigt bei jedem Punkt, was Sie ansehen und woran Sie ein Problem erkennen. Warum Google auf diese Dinge achtet, erklärt der Artikel zur technischen SEO.

Was Sie brauchen

  • Ihr Handy, am besten im mobilen Netz statt im WLAN.
  • Einen Laptop oder PC mit dem Browser Chrome.
  • PageSpeed Insights für die Ladezeit, kostenlos und ohne Anmeldung.
  • Wenn vorhanden: einen Zugang zur Google Search Console. Das ist Googles kostenloses Werkzeug für Website-Betreiber. Ohne Zugang kommen Sie auch durch die Liste, nur bei Punkt 1 sehen Sie weniger.

Schreiben Sie bei jedem Punkt auf, was Ihnen auffällt. Die Notizen helfen später, wenn Sie selbst etwas ändern oder jemanden damit beauftragen.

1. Kennt Google Ihre Seiten?

Geben Sie bei Google site:ihre-domain.de ein, mit Ihrer Adresse statt des Beispiels. Google zeigt dann Seiten Ihrer Website, die es kennt. Fehlt die Startseite oder eine wichtige Leistung, ist das ein Warnzeichen.

Die Liste ist aber nur ein grober Hinweis. Google schreibt selbst, dass die site:-Suche nicht immer alle Seiten zeigt und sich nicht zum Zählen eignet (Google Search Central). Genauer ist die Search Console. Ihr Bericht „Seitenindexierung“ zeigt, welche Seiten Google aufgenommen hat und warum andere fehlen (Google-Hilfe). Haben Sie noch keinen Zugang, lohnt sich das Einrichten.

2. Wie sieht Ihr Eintrag bei Google aus?

Suchen Sie nach Ihrem Firmennamen und nach Ihrer wichtigsten Leistung mit Ort, etwa „Elektriker Landsberg“. Sehen Sie sich Ihren Eintrag an: die blaue Zeile oben ist der Seitentitel, der Text darunter die Beschreibung.

Ein guter Seitentitel sagt in wenigen Wörtern, was Sie anbieten und wo. Google empfiehlt für jede Seite einen eigenen, knappen Titel (Google Search Central). Steht dort nur „Home“ oder „Startseite“, oder tragen alle Seiten denselben Titel, verschenken Sie den wichtigsten Platz in der Suche.

Das ist einer der Befunde, die ich in Website-Checks am häufigsten sehe. Bei der Münchner Steuerkanzlei Trinity Tax zeigte Google im Juni 2025 als Titel nur „Home“. Eine Beschreibung fehlte, also nahm Google irgendeinen Text von der Seite. Wer suchte, sah nicht, wer dahintersteht. Wie es weiterging, zeigt die Fallstudie zu Trinity Tax.

Die Beschreibung übernimmt Google nicht immer. Oft baut es den Text aus dem Inhalt der Seite (Google Search Central). Eine eigene Beschreibung lohnt sich trotzdem: Beschreibt sie die Seite besser als der übrige Text, nimmt Google sie.

3. Funktioniert die Website auf dem Handy?

Öffnen Sie Ihre Website auf dem eigenen Handy und tun Sie, was ein Kunde tut:

  • Finden Sie Telefonnummer oder Kontaktformular in wenigen Sekunden?
  • Startet ein Tipp auf die Telefonnummer den Anruf?
  • Können Sie den Text lesen, ohne zu zoomen? Passt alles in die Breite, ohne dass Sie seitlich wischen müssen?
  • Treffen Sie Menü und Knöpfe gut mit dem Daumen?
  • Schicken Sie sich über das Formular eine Testanfrage. Kommt sie an?

Den bekannten „Test auf Optimierung für Mobilgeräte“ von Google gibt es seit Dezember 2023 nicht mehr (Google Search Central), auch wenn manche Ratgeber ihn noch empfehlen. Ihr eigenes Handy ist ohnehin der bessere Test. Technische Messwerte liefert der nächste Punkt.

4. Wie schnell lädt die Seite?

Geben Sie Ihre Adresse bei PageSpeed Insights ein. Nach etwa einer Minute sehen Sie zwei Arten von Ergebnissen:

  • Echte Messwerte stehen oben, wenn genug Besucher da waren. Sie zeigen, wie schnell Ihre Seite in den letzten 28 Tagen bei Nutzern von Chrome geladen hat (Google-Dokumentation). Bei kleinen Websites fehlen diese Daten oft.
  • Eine simulierte Messung folgt darunter, mit einer Punktzahl bis 100. Sie schwankt von Test zu Test und hilft vor allem, die Ursachen zu finden.

Für die echten Messwerte nennt Google klare Grenzen. Gut ist eine Seite, wenn der größte sichtbare Inhalt nach höchstens 2,5 Sekunden steht, sie auf einen Tipp oder Klick innerhalb von 200 Millisekunden reagiert und beim Laden kaum etwas verrutscht (web.dev). Diese drei Werte heißen Core Web Vitals.

Der häufigste Grund für langsame Seiten, den ich sehe, sind zu große Bilder: Fotos direkt aus der Kamera oder vom Handy, oft mehrere Megabyte groß. PageSpeed Insights zeigt weiter unten, welche Dateien die Seite bremsen.

5. Passt Ihr Google-Unternehmensprofil?

Suchen Sie Ihren Firmennamen in Google Maps und vergleichen Sie das Profil mit Ihrer Website. Stimmen Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten überein? Führt der Link im Profil auf Ihre Website?

Laut Google helfen vollständige und korrekte Angaben, in der lokalen Suche zu erscheinen. Einen besseren Platz kann man dort nicht kaufen (Google-Hilfe). Wie Profil, Website und Bewertungen zusammenwirken, erklärt der Artikel zu Local SEO.

6. Sind Impressum, Datenschutz und HTTPS da?

Diese Punkte prüfen Sie in wenigen Minuten:

  • Impressum: Erreichen Sie es von jeder Seite mit einem Klick? Die Pflichtangaben stehen heute in § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes, kurz DDG (§ 5 DDG). Es gilt seit Mai 2024 und hat das Telemediengesetz abgelöst. Nennt Ihr Impressum noch „§ 5 TMG“, hat es lange niemand angesehen.
  • Datenschutzerklärung: Ist sie ebenso leicht zu finden? Sie erklärt, welche Daten Ihre Website erhebt, etwa über das Kontaktformular (Art. 13 DSGVO).
  • Cookies: Speichert oder liest Ihre Website Daten auf dem Gerät der Besucher, etwa für Statistiken, braucht sie dafür grundsätzlich deren Einwilligung. Ausgenommen ist, was für den Betrieb der Seite unbedingt nötig ist (§ 25 TDDDG).
  • HTTPS: Beginnt die Adresse mit „https://“? Fehlt die Verschlüsselung, zeigt Chrome in der Adresszeile „Nicht sicher“ an.

Diese Prüfung zeigt nur, ob die Seiten da sind. Ob ihr Inhalt rechtlich stimmt, kann verbindlich nur eine Anwältin oder ein Anwalt beurteilen.

7. Können alle Besucher die Seite bedienen?

Drei einfache Proben stammen aus den „Easy Checks“ des W3C, des Gremiums hinter den Web-Standards (W3C). In Klammern steht jeweils die passende Regel der WCAG, der internationalen Richtlinien für barrierefreie Websites. Die Nummer hilft, wenn Sie mit Ihrem Webdesigner darüber sprechen.

  • Tastatur: Klicken Sie in die Seite und drücken Sie mehrmals die Tab-Taste. Sehen Sie immer, wo Sie gerade sind? Erreichen Sie Menü, Links und Formular? (WCAG 2.4.7)
  • Zoom: Vergrößern Sie die Seite mit Strg und Plus auf 200 %. Bleibt alles lesbar, ohne dass Text abgeschnitten wird oder sich überlagert? (WCAG 1.4.4)
  • Kontrast: Ist heller Text auf hellem Grund noch gut zu lesen, auch draußen auf dem Handy? (WCAG 1.4.3)

Ob Ihre Website nach dem Gesetz barrierefrei sein muss, erklärt der Artikel Muss meine Website barrierefrei sein?

Wann sich ein Blick von außen lohnt

Die Checkliste findet die offensichtlichen Probleme. Zwei Dinge zeigt sie nicht: ob Google Ihre Seiten richtig versteht und ob Ihre Texte die Fragen Ihrer Kunden beantworten. Für das Erste gibt es den Test für Rich-Suchergebnisse von Google. Er prüft die strukturierten Daten, also Angaben nur für Suchmaschinen. Seine Ergebnisse zu deuten, braucht aber etwas Erfahrung.

Sind Sie bei mehreren Punkten unsicher, schaue ich mir Ihre Website im kostenlosen Website-Check an. Ich prüfe Ladezeit, Darstellung auf dem Handy, die Grundlagen für Google und Ihre lokale Auffindbarkeit. Offensichtliche Barrieren nenne ich Ihnen auch. Das Ergebnis bekommen Sie in der Regel nach drei bis sieben Tagen per E-Mail. Eine Rechtsprüfung ist der Check nicht.

Häufige Fragen

Brauche ich kostenpflichtige SEO-Tools? Nein. Für diese Checkliste reichen die Google-Suche, PageSpeed Insights und die Search Console. Alle drei sind kostenlos.

Meine Punktzahl bei PageSpeed Insights ist niedrig. Ist das schlimm? Nicht unbedingt. Die Punktzahl stammt aus der simulierten Messung und schwankt. Wichtiger sind die echten Messwerte, wenn es sie für Ihre Seite gibt. Nutzen Sie die Punktzahl vor allem, um die Ursachen zu finden, etwa zu große Bilder.

Eine wichtige Seite fehlt bei der site:-Suche. Was jetzt? Prüfen Sie die Adresse in der Search Console mit der URL-Prüfung. Sie zeigt, ob Google die Seite aufgenommen hat und was dagegen spricht (Google-Hilfe).