WordPress, Baukasten oder individuelle Website: Was passt zu Ihrem Betrieb?

Website-Baukasten, WordPress oder individuell programmiert: Vor- und Nachteile, laufende Kosten und wann welche Lösung zu Ihrem Betrieb passt.

Alle drei Wege können die richtige Wahl sein. Ein Website-Baukasten passt, wenn Sie schnell und selbst eine einfache Website bauen wollen; dafür zahlen Sie ein monatliches Abo und bleiben beim Anbieter. WordPress passt, wenn mehrere Personen laufend Inhalte pflegen und viele fertige Erweiterungen gebraucht werden; dafür braucht es regelmäßige Pflege. Eine individuell programmierte Website enthält nur, was Ihr Betrieb braucht, lädt schnell und kostet laufend oft nur die Domain; Änderungen macht dann jemand, der den Code kennt.

Ich erstelle heute nur noch individuell programmierte Websites. Baukästen und WordPress halte ich trotzdem für gute Werkzeuge, je nach Vorhaben. Dieser Vergleich zeigt, wann welches passt. Ob Sie die Website selbst bauen oder bauen lassen, ist eine eigene Frage: Die beantwortet der Artikel Wann reicht eine selbst gebaute Website?

Vier Fragen, die über die Technik entscheiden

Bevor ich eine Technik empfehle, schaue ich mir den Betrieb an:

  • Wie oft ändern sich die Inhalte?
  • Wer pflegt die Website?
  • Braucht es eine Buchung oder andere eigene Funktionen?
  • Geht es vor allem um Informationen oder um regelmäßig neue Beiträge?

Für viele kleine Betriebe ist die Website vor allem eine digitale Visitenkarte: Sie zeigt die Leistungen, schafft Vertrauen und macht den Kontakt leicht. Dafür eignen sich alle drei Wege. Unterschiede zeigen sich bei den laufenden Kosten, bei der Pflege und dabei, wem die Website am Ende gehört.

Website-Baukasten: schnell selbst gebaut

Ein Baukasten ist ein Online-Dienst, in dem Sie Ihre Website aus Vorlagen zusammenstellen. Hosting, Verschlüsselung und Updates übernimmt der Anbieter, und viele Baukästen erstellen mit KI einen ersten Entwurf. Aus Deutschland kommen etwa der KI-Homepage-Baukasten von IONOS, der Homepage-Baukasten von STRATO und Jimdo aus Hamburg. International bekannt sind Wix und Squarespace.

Was das im Monat kostet, laut den Preisseiten (Stand Oktober 2026, reguläre Preise nach Einstiegsangeboten):

  • IONOS: 12 € bis 33 €, in den ersten Monaten günstiger.
  • STRATO: ab 7 € bei 12 Monaten Laufzeit, eine Domain inklusive.
  • Jimdo: ab 12 € bei 12 Monaten Laufzeit. Kostenlos geht es auch, dann mit höchstens fünf Seiten unter einer Adresse wie ihr-betrieb.jimdosite.com.
  • Wix: ab rund 17 € im Jahresabo.

Das spricht dafür: Sie brauchen keine Technikkenntnisse, sind schnell online und ändern Texte und Bilder jederzeit selbst. Um Sicherheit und Updates kümmert sich der Anbieter.

Das sollten Sie vorher wissen: Das Abo läuft, solange die Website online ist. Funktionen wie Buchung oder Zahlung gibt es nur im Rahmen der Pakete. Und ein Umzug ist schwierig: Eine Wix-Website muss laut Wix auf den Servern von Wix laufen, mitnehmen lässt sich nur die Domain. Squarespace exportiert laut eigener Hilfe nur einen Teil der Inhalte; Portfolio- und Shopseiten etwa bleiben zurück.

Ein Baukasten passt gut, wenn Sie eine einfache Website schnell selbst bauen und selbst ändern wollen, sich kaum etwas daran ändert und keine besonderen Funktionen dazukommen.

WordPress: das Allround-Werkzeug

WordPress ist ein Content-Management-System, kurz CMS: Seiten, Bilder und Beiträge legen Sie in einem Verwaltungsbereich im Browser an, ohne Programmierkenntnisse. Laut den Marktanalysen von W3Techs läuft rund 40 % aller Websites weltweit mit WordPress, unter den Websites mit erkennbarem System knapp 59 %.

Gemeint ist meist das freie WordPress, das Sie bei einem Hoster Ihrer Wahl installieren. Daneben gibt es WordPress.com, einen Baukasten-Dienst auf derselben Grundlage.

Seine Stärke ist die Vielfalt: Für fast jede Aufgabe gibt es im WordPress-Plugin-Verzeichnis eine fertige, oft kostenlose Erweiterung, ein sogenanntes Plugin. Für Magazine mit vielen Autoren oder große Mitgliederbereiche ist das oft die richtige Wahl. Und auch ein kleiner Betrieb kann mit WordPress gut fahren: Bei der Münchner Steuerkanzlei Trinity Tax lief bereits WordPress. Ich habe die Website darin fertig gebaut, mit dem Seitenbaukasten Elementor und dem Theme Astra. Sie läuft seit rund einem Jahr ohne technische Probleme.

Das sollten Sie vorher wissen: Die Erweiterungen brauchen Pflege. Laut dem Sicherheitsbericht von Patchstack stammten 2025 91 % der neu bekannten Sicherheitslücken aus Plugins und 9 % aus Themes. Im Kern von WordPress wurden nur sechs gefunden, alle mit geringer Priorität. Wer WordPress betreibt, braucht also Zeit oder einen Dienstleister für Updates, Sicherungen und Prüfungen. Je nach Umfang kostet das grob zwischen 50 und mehreren hundert Euro im Monat, dazu kommt ein Hosting mit Datenbank.

Auch die Ladezeit leidet oft: Laut HTTP Archive (Web Almanac 2025) erreichen nur rund 45 % der mobilen WordPress-Websites alle drei Core-Web-Vitals-Werte, also die Messwerte, mit denen Google die Ladezeit bewertet. Das liegt selten an WordPress selbst, sondern an schweren Themes, Seitenbaukästen und vielen Skripten. Was dahintersteckt, erklärt der Artikel zur technischen SEO.

WordPress passt gut, wenn mehrere Personen regelmäßig Inhalte veröffentlichen, viele fertige Funktionen gebraucht werden und jemand die Pflege übernimmt.

Individuell programmiert: nur, was Sie brauchen

Eine individuell programmierte Website entsteht für einen Betrieb und enthält nur die Funktionen, die er wirklich braucht. Gibt es keine Buchung, wird keine gebaut. Oft sind es fertige Seiten ohne Datenbank, eine sogenannte statische Website. Sie lädt schnell, bietet wenig Angriffsfläche und läuft ohne Änderungen weiter, solange der Hoster nichts umstellt.

Bei meinen ersten WordPress-Projekten fiel mir auf: Ein großer Teil der Arbeit floss nicht in die Website selbst, sondern in das Anpassen von Themes, Plugins und ihrem Zusammenspiel. Deshalb programmiere ich heute jede Website selbst. Das ist keine Schwäche von WordPress, sondern eine Frage dessen, was ein kleiner Betrieb braucht.

Das spricht dafür: Laufend kostet eine statische Website oft nur die Domain, etwa 16 € im Jahr; Hosting für statische Seiten gibt es zum Beispiel bei Cloudflare kostenlos (Stand Oktober 2026). Aufbau und Design entstehen für Ihren Betrieb, ohne fertiges Theme. Und der Code gehört Ihnen.

Das sollten Sie vorher wissen: Die Entwicklung kostet am Anfang mehr als ein Baukasten-Abo im ersten Jahr. Texte und Bilder ändern Sie nicht selbst im Browser; das übernimmt jemand, der den Code kennt, bei mir nach Aufwand. Braucht Ihre Website später mehr, etwa einen Preisrechner oder eine Buchung mit Kalender und Zahlung, wird genau das ergänzt. Welche Funktionen es gibt und was sie kosten, zeigt der Überblick Welche Funktionen braucht meine Website?

Eine individuelle Website passt gut, wenn sie vor allem Ihre Leistungen zeigt, sich selten ändert, schnell laden soll und Sie keine monatlichen Gebühren zahlen wollen. Bei mir beginnt eine individuell programmierte Unternehmenswebsite bei 400 €. Wie das bei meiner eigenen Website aussieht, zeigt der Artikel Von Angular zu Astro.

Der Vergleich auf einen Blick

Baukasten WordPress Individuell programmiert
Start sofort, selbst gebaut Einrichtung und Theme nötig wird für Sie gebaut
Laufende Kosten Abo, ab etwa 7 € im Monat Hosting und Pflege oft nur die Domain, etwa 16 € im Jahr
Inhalte ändern Sie selbst Sie selbst der Entwickler, nach Aufwand
Pflege übernimmt der Anbieter Updates für System, Theme und Plugins wenig
Umziehen meist nur die Domain möglich möglich, der Code gehört Ihnen
Funktionen im Rahmen der Pakete viele fertige Plugins genau die, die Sie brauchen

Stand der Preise: Oktober 2026; die Anbieter können sie jederzeit ändern.

Fazit

Welche Lösung passt, hängt von Ihren Anforderungen ab, nicht davon, welche mehr kann. Ein Baukasten ist der schnellste Weg zu einer einfachen Website, die Sie selbst pflegen. WordPress ist das Allround-Werkzeug für viele Inhalte und viele Hände. Eine individuell programmierte Website ist die schlanke Lösung für Betriebe, deren Website vor allem informieren und Anfragen bringen soll.